Oswald Wengerodt

Oswald Wengerodt, Künstler für Blankenburg

Für welche gesellschaftliche Epoche oder gesellschaftliche Veränderung steht die Person exemplarisch?

Oswald Wengerodt steht exemplarisch für viele Bürger der Stadt Blankenburg, die mit vielen geschichtlichen Veränderungen in ihrem Leben umgehen mussten. Wengerodt verschlug es aus beruflichen Gründen aus Thüringen nach Blankenburg und dort fand er eine Heimat, die er unterschiedlich mitgestalten sollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich stetig in der Stadt in vielen Bereichen. Er lehrte an verschiedenen Einrichtungen der Region Malen und Zeichnen und förderte auch durch die Gründung eines Zeichenzirkels die Kunst in Blankenburg nachhaltig. Stellvertretend für viele andere kann er hier als ein Beispiel gelten, der auch in fortgeschrittenem Alter, sich politisch in der Wendezeit einbrachte und versuchte aktiv die neue Demokratie in Blankenburg aufzubauen. Er brachte auch nach 1989 noch viele Jahre seine Ideen für die Stadtgestaltung mit ein.

Heutige Spuren in der Umgebung

Zu seinen Lebzeiten prägte er die Stadt Blankenburg in vielen Bereichen. Er entwarf damals das Logo auf den Briefköpfen der Stadt und anderer Werbeträger, das Symbol der Stadtwerke und des Pflegeheims „Schlossblick“ oder auch des Tennis-Clubs. Auch wenn viele dieser Logos bereits wieder geändert wurden, so traf man doch immer wieder in der Stadt auf seine Arbeit. Zusammen mit Werner Fleck gestaltet er sogar das Ehrenbuch der Stadt. Der von weitem sichtbare Märchenturm im Blankenburger Stadtgebiet, der von der Westerhäuserstraße zu sehen ist, stammt ebenfalls von Oswald Wengerodt. Aber auch politisch hat er durch seine jahrelange Arbeit Spuren in der Stadt hinterlassen. In den letzten Jahren wurden auch immer wieder Werke des Künstlers an verschiedenen Orten in der Stadt ausgestellt.

Lebenslauf

Oswald Wengerodt wurde am 23.4.1923 in Gräfinau-Angerstedt (Thüringen) geboren. Sein Vater, Gustav Wengerodt, war bereits Maler. Seine Mutter, Lina Wengerodt (geborene Beyer) war jedoch Landwirtin. 1937 bis 1940 machte er seine Ausbildung zum Dekorationsmaler. Von 1941 bis 1943 war er Schüler und Assistent an der Staatsschule für Handwerk und angewandte Kunst in Weimar.

Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurde er als Soldat eingesetzt und geriet später auch in Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg war er bis 1946 als Schrift- und Dekorationsmaler in Ilmenau tätig.

Wengerodt betätigte sich dann von 1947 bis 1955 als Fachlehrer für Maler an der Meisterschule für das gestaltete Handwerk in Weimar. Danach verschlug es ihn nach Blankenburg. Dort war er bis 1956 Dozent an der Meisterschule für Bautechnik. Danach bestritt er ein Studium an der Karl-Marx-Universität Leipzig und erhielt dort sein Staatsexamen als Kunsterzieher. Anschließend erhielt er eine Stelle als Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Meisterschule für Bautechnik hier in Blankenburg.

Dazu arbeitete er von 1970 bis 1988 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Aus- und Weiterbildung in Leipzig. In den Jahren zwischen 1994 und 2000 hielt er an den Volkshochschulen Halberstadt und Wernigerode Lehrgänge ab.

Als Maler beschäftigte er sich anfangs mit der Landschaftsmalerei und teilweise mit dem Schriftschreiben. Als er nach Blankenburg kam malte Oswald Wengerodt jedoch größtenteils Altstadtmotive. Er malte in seiner Zeit als Maler mit Kreide, Aquarell, Grafit und Kohle, jedoch hatte er in den 50er und 60er Jahren eine Phase in der er mit Ölfarben malte.

Seine Bedeutung für Blankenburg lag in der Mitgründung und Leitung des Zeichenzirkels „Malerei und Grafik“, wo er auch die folgende Generation unterrichtete. Außerdem war er nach der Wende von 1990 bis 1991 im Blankenburger Stadtrat tätig.

Am 10.11. 2012 verstarb Oswald Wengerodt im Alter von 89 Jahren in Blankenburg. Er erlangte posthum die Ehrenbürgerschaft der Stadt Blankenburg.       

Weiterführende Quellen

Internet

https://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/1104442_Oswald-Wengerodt-nachtraeglich-geehrt.html

https://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/704621_Arbeit-ist-mein-Lebenselixier.html

https://www.hs-harz.de/forschung/forschungsnews/news/detail/News/oswald-wengerodt-zeigt-sein-lebenswerk-an-der-hochschule-harz-mit-neugier-geduld-und-ruhe/

https://www.harzlife.de/kurios/maerchenturm.html

http://www.schloss-blankenburg.eu/neuigkeiten/?nID=406

https://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/540029_Es-kommt-auf-die-Liebe-an-die-  jemand-in-seine-Arbeit-legt….html

Lebenslauf tabellarisch

– wurde 1923 in Gräfinau-Angstedt (Thüringen) geboren

– ab 1937 Ausbildung zum Dekorationsmaler in Ilmenau

– anschließend Schüler und Assistent an der Staatsschule für Handwerk und angewandte Kunst in Weimar

– Kriegseinsatz und Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg

– nach der Rückkehr Arbeit als Schrift- und Dekorationsmaler in Ilmenau

– von 1947 bis 1955 Fachlehrer für Maler an der Meisterschule für das gestaltete Handwerk in Weimar

– ab 1955 Dozent an der Meisterschule für Bautechnik in Blankenburg, Gründung und Leitung des Zeichenzirkels „Malerei und Grafik“ in Blankenburg  

– 1959 Staatsexamen in Leipzig als Kunsterzieher

–  arbeitete bis 1988 in der Meisterausbildung in Blankenburg

– tätig als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Leipzig am Institut für Aus-und Weiterbildung von 1970-1988

– nach 1989 politisches Engagement, Mitglied der Stadtverordnetenversammlung

– 1990 Alterspräsident des Blankenburger Stadtrates

– ab 1994 bis 2000 lehrte er Zeichnen und Malen an den Kreisvolkshochschulen in Wernigerode und Halberstadt

– stirbt im Alter von 89 Jahren am 10.11. 2012

– Ehrenbürger der Stadt Blankenburg

Impressum

Inhalt: Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Gymnasiums „Am Thie“ Blankenburg (Harz)

Bearbeitung: Piet Kreuzmann, 11a

Projektleitung: Benedict Volkert

Internetpräsentation: Jörn Zuber

Begleitung: Förderverein „Blankenburg blüht auf e.V.“ (Ulrich-Karl Engel, Uwe Lauer)

Für die Erarbeitung dieser Seite danke ich Michael Wengerodt und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs.