Dr. Eitelfriedrich Thom

Dr. Eitelfriedrich Thom, ein Leben im Auftrag der Musik                                                     

Für welche gesellschaftliche Epoche oder gesellschaftliche Veränderung steht die Person exemplarisch?

Dr. Eitelfriedrich Thom war ein Mann, der sich sehr für die kulturelle, wie für die allgemeine Bildung junger Leute einsetzte. Er fungierte oftmals als Lehrer an Bildungseinrichtungen und war grundlegend für die Restauration und somit auch für den Wiederaufbau des Klosters Michaelstein verantwortlich. Zudem ist Dr. Thom die Ursache dafür, dass junge Menschen auch in der Praxis Jahr für Jahr musikalisch gebildet und gefördert werden. Er initiierte unter anderem die ,,Blankenburger Musiktage“ und das erste Treffen vom ,,Michaelsteiner Sommerkurs“ und leitete das ,,Collegium musicum Blankenburg“ oder auch das ,,Telemann-Kammerorchester“.

Heutige Spuren in der Umgebung

Aufgrund seiner vielen Verdienste für das Kloster Michaelstein und für die Musikwelt gründete das Kloster den ,,Eitelfriedrich-Thom-Preis“ zur Auszeichnung junger Leute die kulturell und auf anderen Wegen das Kloster bereichern. Dies geschah um Dr. Thoms Vermächtnis zu schützen, zu erhalten und Stück für Stück immer weiter aufzubauen. Das Telemannische Collegium Michaelstein vereint heute Spezialisten der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts tritt bei verschiedenen Konzerten auf. Dabei natürlich auch immer wieder in Blankenburg.

Lebenslauf

Dr. Eitelfriedrich Thom wurde am 20. November 1933 in Stolp geboren und ging zunächst auf die Volksschule des Ortes, und danach bis 1945 aufs Gymnasium.

Im April 1945 flüchtete er aufgrund des zweiten Weltkrieges über Plau und Bernburg nach Blankenburg. Hier und im Umkreis verbrachte er einen Großteil seines späteren Lebens. 1952 gründete Dr. Thom das ,,Collegium musicum Blankenburg“, welches später unter dem Namen ,,Telemann-Kammerorchester“ bekannt werden sollte.

Im Zeitraum von 1953 bis 1957 studierte er an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg während er 1956 die ,,Blankenburger Musiktage“, und außerdem 1958 zusätzlich das erste Treffen von ,,Jugend musiziert“, heute bekannt als der ,,Michaelsteiner Sommerkurs“, initiierte. Am Ende dieser Zeitperiode erhielt er sein Staatsexamen.

Ab 1968 nutzte Dr. Thom das Kloster Michaelstein für sein Orchester und probte dort mit diesem, welches am 30. Juni des selben Jahres dort sein erstes Konzert im Refektorium des Klosters veranstaltete.

Bis 1970 war er Lehrer an der GutsMuths-EOS in Quedlinburg. 1972 richtete Dr. Thom die erste wissenschaftliche Arbeitstagung im Kloster Michaelstein aus, das 1978 zur Kultureinrichtung unter seiner Leitung wird. Zudem erhielt er 1973 die Promotion zum Doktor phil. (philosophiae).

1978 bis 1980 agierte Dr. Thom als Leiter der Außenstelle der Hochschule für Musik ,,Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig, ab 1981 als Direktor und musikalischer Oberleiter der Kultur- und Forschungsstätte Michaelstein und ab 1991 zusätzlich als künstlerischer Leiter der Telemann-Festtage in Clausthal-Zellerfeld.

Am 12. Dezember 1993 verstarb Dr. Eitelfriedrich Thom in Blankenburg im Alter von 60 Jahren. Er war bis 1989 Mietglied der SED und später auch ein Mitglied der Freimaurer. 1994 wurde ihm postum der Ehrenpreis der Stadt Blankenburg verliehen.

Weiterführende Quellen

Literatur

  • Bimberg/ Pfeiffer Eitelfriedrich Thom, Verlag Peter Lang, 2004. 
  • Bimberg/ Pfeiffer: Die Wiederentdeckung des Barock im Geiste Telemanns – 50 Jahre Telemann-Kammerorchester Michaelstein Verlag Peter Lang, 2002. 

Internet

https://www.blankenburg.de/fileadmin/user_upload/amtsblaetter/2009/Amtsblatt_08___2009.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Eitelfriedrich_Thom

http://www.telemann-kammerorchester.de

https://www.telemann-michaelstein.de/

http://www.freunde-michaelstein.de

https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/autor=Dr.+Eitelfriedrich+Thom+%28Hrsg.%29

https://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/867368_Beifall-fuer-Ensemble-will-kein-Ende-nehmen.html

https://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/862782_Start-in-Wohnstube-des-Vaters.html

Lebenslauf tabellarisch

– Geburt am 20.11.1933 in Stolp

– Besuchte in Stolp zunächst die Volksschule und bis 1945 das Gymnasium

– April 1945 Flucht über Plau und Bernburg nach Blankenburg

– 1952 Gründung des „Collegium musicum Blankenburg“ (später ,,Telemann-Kammerorchester“)

– 1953-1957 Musikstudium an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg, Abschluss mit dem Staatsexamen

– 30.6.1968 erstes Konzert mit seinem Orchester im Kloster Michaelstein

– Bis 1970 Lehrer an der GutsMuths-EOS in Quedlinburg.

– 1972 erste wissenschaftliche Arbeitstagung im Kloster Michaelstein

– 1973 Promotion zum Doktor philosophiae

– 1978-1980 Leiter der Außenstelle der Hochschule für Musik ,,Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig

– ab 1981Direktor und musikalischer Oberleiter der Kultur- und Forschungsstätte Michaelstein

– ab 1991künstlerischer Leiter der Telemann-Festtage in Clausthal-Zellerfeld

– Verstarb am 12.12.1993 in Blankenburg

Impressum

Inhalt: Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Gymnasiums „Am Thie“ Blankenburg (Harz)

Bearbeitung: Simon Matthias Hermann Wilhelm Johannes Przybyl 10a

Projektleitung: Benedict Volkert

Internetpräsentation: Jörn Zuber

Begleitung: Förderverein „Blankenburg blüht auf e.V.“ (Ulrich-Karl Engel, Uwe Lauer)

Für die Erarbeitung dieser Seite danke ich besonders Maria Thom und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs.