Christian Weißbach

Christian Weißbach, Oberbauleiter der Rappbode-Talsperre

Für welche gesellschaftliche Epoche oder gesellschaftliche Veränderung steht die Person exemplarisch?

Christian Weißbach und seine Mitstreiter stehen exemplarisch für eine Gruppe von engagierten Ingenieuren und Bauplanern, die zielstrebig ihre Aufgaben zu erfüllen versuchten und diese auch erfolgreich gegen viele Widerstände erfüllen konnten. Sein Name wird Hauptsächlich mit der Erbauung der Rappbode-Talsperre in Verbindung gebracht, da er dieses Projekt von 1952 bis zur Fertigstellung 1959 leitete. Weißenbach musste sich, so wie viele andere, mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem damit verbunden Systemwechsel arrangieren. Auch für ihn war der Kriegseinsatz ein bedeutender Einschnitt in sein Leben und der berufliche Werdegang musste neu gestaltet werden. Trotz dieser markanten Umbrüche vom Leben im Deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik, dem „Dritten Reich“ sowie der DDR, verlor er doch nie sein Ziel, den Beruf des Ingenieurs, aus seinen Augen. Somit war auch nach eigener Aussage der Tag der Fertigstellung des riesigen Projektes Talsperre der „schönste Tag in seinem Leben“.  

Heutige Spuren in der Umgebung

Während der Bauzeit der Rappbode-Talsperre waren viele Blankenburger Bürger und Unternehmen an der Planung und Fertigstellung beteiligt. Die noch heute genutzte Talsperre ist als Teil des Rappbode-Talsperrensystems allerdings nicht nur ein wichtiger Hochwasserschutz, sondern auch für viele Ortschaften wichtig für die Trinkwasser- und Stromversorgung. Mit ihrer 106 Meter hohen Staumauer ist die Talsperre allerdings auch ein beliebter Touristenmagnet, der jährlich viele tausend Touristen anzieht. Seit einigen Jahren ist die touristische Nutzung durch die Angebote von „Harzdrenalin“ (Megazipline, Bungeespringen und Fußgängerhängebrücke) noch gestiegen.  

Lebenslauf

Christian Weißbach wurde am 28.3.1906 als Sohn eines Lehrers in Heinrichsort geboren und besuchte die Volksschule in Raußlitz. Seine schulische Laufbahn sollte sich danach am Gymnasium in Zwickau fortsetzen. Nach dem Abitur studierte er dann von 1925 bis 1930 an der Technischen Hochschule in Dresden. Auch in den kommenden Jahren blieb er den Ingenieurswissenschaften treu, und absolvierte von 1931 bis 1934 die zweite Staatsprüfung für den höheren technischen Dienst im Straßen-, Wasser und Eisenbahnfach. Der Eintritt ins Berufsleben erfolgte in Sachsen und im Provinzialverband Pommern-Stettin, wo er als Projektant und Bauleiter bei der technischen Verwaltung im Wasser- und Straßenbau tätig war. In diesen Zeitraum fällt auch sein Eintritt in die NSDAP. Erst 1943 wurde Christian Weißbach zum Kriegsdienst eingezogen, aus dem er 1945 zurückkehrte. Nach dem Krieg versuchte er sich zuerst als freischaffender Ingenieur für Bau- und Wasserwesen, zu dieser Zeit erfolgte sein Eintritt in die LDPD, für die er ab 1958 auch als Mitglied der Volkskammer der DDR tätig war.

Ab 1949 wurde er dann Angestellter im Amt für Wasserwirtschaft und sammelte Erfahrungen beim Bau der Talsperren Sosa und Cranzahl im Erzgebirge. Die dort gesammelten Erfahrungen und Grundkenntnisse ermöglichten es ihm im Jahr 1952 mit der Oberbauleitung der Rappbode-Talsperre betraut zu werden. Sein Vertreter wurde Diplomingenieur Grahl, der zuvor in der  Talsperrenprojektierung in Blankenburg tätig gewesen war. Nach achtjähriger Bauzeit konnte das Mammutprojekt mit einem Festakt in Blankenburg eingeweiht werden, auch diesen durfte Christian Weißbach leiten. Nach der Fertigstellung erhielt er mit anderen Kollegen zusammen, für seine ingenieurtechnische Leistung den Nationalpreis der DDR III. Klasse auf dem Gebiet der Technik und Wissenschaft.  

Während der Bauphase promovierte Christian Weißbach mit der Dissertation “ Beherrschung von Speicherung und Abfluß bei natürlichen und künstlichen Becken nach einem neuen Untersuchungsverfahren” am 16. Dezember 1954 zum Dr. Ing. an der Technischen Hochschule Dresden.

Ab dem 1. Februar 1962 wurde er als Professor mit vollem Lehrauftrag für Wasserbau an die Hochschule für Bauwesen in Leipzig berufen. Allerding verstarb er auf Fahrt zu seiner Antrittsvorlesung am 24.3.1962.

Weiterführende Quellen

Literatur

  • Christian Weißbach: Wie der Mensch das Wasser bändigt und beherrscht. Leipzig/Jena/Berlin,1962.

Internet

https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wei%C3%9Fbach

http://www.harzkaleidoskop.de/htsp/tsp.htm

https://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/1248623_Erbauer-der-Rappbodesperre- wird-52-Jahre-nach-seinem-tragischen-Tod-gewuerdigt.html

https://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/655117_Oberbauleitung-und-eine-Vielzahl-von-Ingenieuren.html

https://www.bodetal.de/poi/rappbodetalsperre-1/

Lebenslauf tabellarisch

– wurde als Sohn eines Lehrers am 28.3.1906 in Heinrichsort geboren

– besuchte die Volksschule in Raußlitz

– danach besuchte er das Gymnasium in Zwickau

– 1925-1930 studierte an Technischer Hochschule Dresden

– 1931-1934 Staatsprüfung für höheren technischen Dienst für Straßen-, Wasser- und    Eisenbahnfach

– arbeitete in Sachsen und im Provinzialverband Pommern-Stettin als Projektant, Bauleiter und in der technischen Verwaltung (Wasser-;  Straßenbau)

– selbe Zeit → Beitritt NSDAP

-1943 wurde er für den Kriegsdienst eingezogen

– nach Kriegsende: freischaffender Ingenieur und 1945 Eintritt in die LDPD

– 1949 wurde er Angestellter im Amt für Wasserwirtschaft und sammelte Erfahrungen beim Bau der Talsperren Sosa und Cranzahl

– ab 1952 war er als Oberbauleiter am Bodewerk tätig

–  bei Fertigstellung 1959, erhielt er für ingenieurtechnische Leistung den Nationalpreis der  DDR III. Klasse auf dem Gebiet der Technik und Wissenschaft

– promovierte am 16. Dezember 1954 zum Dr. Ing. an der Technischer Hochschule Dresden mit der Dissertation “ Beherrschung von Speicherung und Abfluß bei natürlichen und künstlichen Becken nach einem neuen Untersuchungsverfahren.”

– seit 1958 war er für LDPD Mitglied der Volkskammer der DDR

– 1. Februar 1962 wurde er Professor mit vollem Lehrauftrag für Wasserbau an der Hochschule für Bauwesen in Leipzig

– er verstarb am 24.3.1962 auf der Fahrt zu seiner Antrittsvorlesung

Impressum

Inhalt: Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Gymnasiums „Am Thie“ Blankenburg (Harz)

Bearbeitung: Maximilian Raber, 11b

Projektleitung: Benedict Volkert

Internetpräsentation: Jörn Zuber

Begleitung: Förderverein „Blankenburg blüht auf e.V.“ (Ulrich-Karl Engel, Uwe Lauer)

Für die Erarbeitung dieser Seite danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs.