Carl Bähr

Carl Bähr, Stadtplaner und Maler

Für welche gesellschaftliche Epoche oder gesellschaftliche Veränderung steht die Person exemplarisch?

Carl Bähr und seine Vorfahren waren im 19.Jh. eine angesehene Handwerkerfamilie (Hoflieferanten). Sie haben durch Weitsichtigkeit generationsübergreifend mit Gleichgesinnten zur wesentlichen Weiterentwicklung des Ostteils der Stadt Blankenburg beigetragen. Seine liberale, demokratische Weltanschauung, Geradlinigkeit sowie Loyalität befähigten ihn, die weitsichtigen Gedanken und Vorhaben seiner Vorfahren fortzuführen. Er hatte einige ehrenamtliche Ämter in der Stadt inne, u.a. im Mieteinigungsamt. Carl Bähr erlebte sowohl das Deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik, als auch die Zeit des Nationalsozialismus.

Heutige Spuren in der Umgebung

Das stetige Wirken der Familie Bähr über Generationen den Ostteil der Stadt zu erweitern und dadurch auch Blankenburg zu prägen, ist aus den noch existierenden Straßennamen, u. a. – Lindestraße, Heinrichsweg, Bährstraße , ersichtlich. Carl Bähr ließ mit seinem Vater die Villa Bähr in der Hasselfelderstraße 6 errichten.

Lebenslauf

Carl Bähr wurde am 8.6.1864 in Blankenburg als einziges Kind von Carl Wilhelm Heinrich (1835 – 1905) und seiner Ehefrau Elise Bähr geboren. Sein Maltalent wurde im Alter von 12 Jahren entdeckt. Demzufolge wurde ihm eine akademische Ausbildung in Düsseldorf (von Prof. Lauernstein) und Weimar (von Prof. Thedy) ermöglicht. Er erwarb die Lehrbefähigung für das ‚Zeichnen- und Malfach‘ an höheren Lehranstalten, welche er 9 Jahre lang ausübte.

Seine Stärke lag in der Porträtmalerei, die ihm neben den allgemeinen Auftragsarbeiten 1905 ein Porträt vom letzten König v. Sachsen (Georg) einbrachte. Mit 50 Jahren nahm er am ersten Weltkrieg als Rittmeister am Heeresdienst teil. Er kam erst 1919 wieder nach Blankenburg zurück. Er liebte seine Heimat, weshalb er die meiste Zeit seines Lebens in Blankenburg verbrachte. Sein besonderes Interesse galt der Maltechnik der großen Meister. Durch seine guten Referenzen kopierte er in den bedeutenden Galerien wie Kassel, Dresden und München. Es entstanden Kopien von Rembrandt ( z.B. „Jakobsegen“, oder „Goldwägerin“), Batoni („büßende Magdalene“) Murrillo ( „Traubenesser“, „Geldzähler“) und andere.

Um 1900 wandte er sich dem allgemeinen Trend zum Impressionismus verstärkt der Landschaftsmalerei, zu. Studienreisen führten ihn nach Frankreich, Belgien, Italien und Deutschland. Dadurch ergab sich eine Vielzahl von Motiven auch von Blankenburg und Umgebung.

Zu seinen Lebzeiten gab es keine Ausstellung seiner Bilder. Er sah sich verpflichtet, das Vorhaben seiner Vorfahren weiter fort zuführen. In der Hasselfelderstraße, in Blankenburg baute er mit seinem Vater die „Villa Bähr“ und er betätigte sich im Blankenburger Stadtrat.

Er verstarb am 10.8.1936 im Alter von 72 Jahren auf Grund einer kurzen, schweren Krankheit in Blankenburg. Er war innerhalb und außerhalb Blankenburgs ein bekannter Maler und hatte einen anerkannten Ruf.

Quelle

mündliche Recherche bei den Nachkommen Carl Bährs (Fam. Bloch)

Weiterführende Quellen

Internet

● Akten über die Verhandlungen des Kunstmalers Bähr mit der Stadt Blankenburg über verschiedene städtische Planungsangelegenheiten sind unter folgendem Link im Landesarchiv Sachsen-Anhalt zu finden:

http://recherche.lha.sachsen-anhalt.de/Query/archivplansuche.aspx?ID=888175

Lebenslauf tabellarisch

– Geburt in Blankenburg am 08.06.1864  

– Kunststudium in Düsseldorf und Weimar

– Lehrtätigkeit für das Zeichnen und Malen

– beginnt in Dresden, Kassel und München alte, meist niederländische Meister zu kopieren

– Portraitarbeiten für den König von Sachsen und dessen Sohn

– Teilnahme ab 1918 am ersten Weltkrieg als Rittmeister. Er kam erst 1919 wieder nach  

  Blankenburg zurück.

– Reisen als Künstler innerhalb Deutschlands, sowie Frankreich, Belgien, Holland und Italien.

– vertrat die Bürger als Stadtrat in Blankenburg

– Errichtung der Villa Bähr mit seinem Vater

– Verstarb am 10.08.1936 in Blankenburg

Impressum

Inhalt: Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Gymnasiums „Am Thie“ Blankenburg (Harz)

Bearbeitung: Pia Engelhard 10b

Projektleitung: Benedict Volkert

Internetpräsentation: Jörn Zuber

Begleitung: Förderverein „Blankenburg blüht auf e.V.“ (Ulrich-Karl Engel, Uwe Lauer)

Für die Erarbeitung dieser Seite danke ich besonders Familie Bloch und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs.

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