Adolf Just

Adolf Just, Naturheilkundler

Für welche gesellschaftliche Epoche oder gesellschaftliche Veränderung steht die Person exemplarisch?

Adolf Just kann wohl kaum als exemplarisch für seine Zeit angesehen werden, da er sich zur Bekämpfung seiner Nervenkrankheit mit den Angeboten der damaligen Schulmedizin nicht zufrieden gab. Im Kampf gegen seine Erkrankung und die Gegenwehr der Ärzte des 19. Jahrhunderts versuchte er durch eigene Nachforschungen ein Heilmittel für sich zu finden und fand diese in Naturheilverfahren. Er besiegte letztendlich seine Krankheit und wollte seine Erkenntnisse auch dem Rest der Menschheit zur Verfügung stellen.

Adolf Just gründete eine Naturheilanstalt um seine Erkenntnisse verbreiten zu können und verhielt sich damit weiterhin rebellisch gegenüber den damaligen Gesetzen, weil er entgegen der üblichen Heilverfahren Löss und andere Produkte aus der Natur benutzte um Menschen zu heilen und dabei sogar riskierte in Haft zu kommen. Seine 1896 eröffnete Heilanstalt „Jungborn“ verhalf vielen Menschen, darunter auch zahlreichen Prominenten, zu neuen Kräften. 1918 gründete er die Heilerde-Gesellschaft in Blankenburg und produzierte und vertrieb damit seine Produkte sehr erfolgreich im In- und Ausland.

Heutige Spuren in der Umgebung

Lange wurde diese besondere Heilerde in der Nähe Blankenburgs, in Derenburg abgebaut. Schon währende des 2. Weltkrieges musste die Produktion allerdings nach Hessen verlegt werden, wo bis heute unter der Anwendung der Ideen Adolf Justs Produkte zur Heilung allerlei Beschwerden hergestellt werden. Bis heute nimmt man dabei Bezug auf die Forschungen des berühmten Blankenburgers. Zur Erinnerung an Adolf Just und als Ausdruck der Verbundenheit zur Stadt verleiht darüber hinaus die Luvos Heilerde-Gesellschaft jährlich einen nach Just benannten Preis an Gruppen und Vereine der Stadt Blankenburg. In der Nähe der ehemaligen Produktionsstätte am Kallendorfer Weg soll in Zukunft an der Westerhäuser Landstraße ein „Adolf-Just-Platz“ entstehen.

Lebenslauf

Adolf Just wurde am 08.08.1859 in Lüthorst auf einem kleinem Bauernhof geboren und wuchs dort als Ältestes von 12 Geschwistern auf. Er besuchte das Realgymnasium in Goslar, an welchem er das Abitur ablegte, um in Leipzig eine Lehre als Buchhändler zu beginnen. Als er seine Lehre erfolgreich abgeschlossen hatte, wechselte Just nach Braunschweig zur Buchhandlung Graff. Das Glück des jungen Buchhändlers endete jedoch schnell, als bei ihm ein Nervenleiden diagnostiziert wurde, dieses wurde vergeblich mit den damaligen schulmedizinischen Methoden behandelt, daraufhin wandte Just sich im Selbststudium verschiedenen Naturheilverfahren wie den Kuren von Sebastian Kneipp ( = Kneippkur ) zu.

Nach kurzer Anwendung dieser Kur war Just geheilt, dieses Ergebnis brachte ihn dazu sich genauer mit dem Thema Heilerde zu beschäftigen. Er wandte sich auch anderen Methoden zu, wie dem integrieren des Natürlichen in sein Leben, so schlief er nur noch auf dem Boden seiner Licht-Luft Hütte, einer einfachen Hütte ohne verschließbare Fenster und Türen, außerdem nahm er mehr Obst, Gemüse und Nüsse zu sich. Sein erstes Buch „Kehrt zur Natur zurück“ veröffentlichte er 1895. Ein Jahr später gründete er die Naturheilanstalt „Jungborn“ im Harz, diese war die größte ihrer Art in Deutschland. Wenig später rief er die „Jungborn-Bewegung“ ins Leben, um seine Gedanken über eine ganzheitliche gesunde Lebensweise zu teilen. Da er bei einem Patienten zur Heilung Löss in die Wunde geschmiert hatte und dies nicht besonders gut bei den Schulmedizinern ankam wurde er von einem Bad Harzburger Arzt verklagt und musste sich vor dem Wernigeröder Landgericht verantworten.

In der Nähe des Jungborn fand Adolf Just einen Löss, welcher sich gut für die innere und äußere Anwendung nutzen ließ. Im Jahr 1918 gründete er die Heilerde-Gesellschaft in Blankenburg, wo er die „Adolf Justs Luvos-Heilerde“ produzierte und vertrieb. Als erfolgreicher Geschäftsmann verstarb Adolf Just am 20.01.1936 in Blankenburg.

Weiterführende Quellen

Literatur

●  Alfred Brauchle: Rückkehr zum Paradies. Der Buchhändler Adolf Just. In: ders.: Geschichte der Naturheilkunde in   

    Lebensbildern. 2. erweiterte Auflage von Große Naturärzte. Reclam, Stuttgart 1951, S. 297–302.

●  Adolf Just: Kehrt zur Natur zurück! Die wahre naturgemäße Heil- und Lebensweise. Wasser, Licht, Luft, Erde,

    Früchte und wirkliches Christentum. 1895.

●  Adolf Just: weitere Titel, siehe dazu Liste: https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Just

●  Andrea Schrickel: Adolf Just (1859-1936). Ein bedeutender Vertreter der Naturheilkunde im 19. und frühen 20.

    Jahrhundert, Begründer der Naturheilanstalt „Jungborn“ in Stapelburg/Harz sowie der Heilerde-Gesellschaft Luvos  

    Just GmbH Blankenburg/Harz. 2011 (med. Dissertation, Universität Magdeburg, 2012).

● Andrea Schrickel: Adolf Just. Ein bedeutender Vertreter der Naturheilkunde. 2. Auflage. Verlag Heilerde-Gesellschaft    

   Luvos Just GmbH & Co. KG, Friedrichsdorf 2016.

Internet

https://www.luvos.de/Heilerde/Adolf-Just-Wiederentdecker-der-Heilerde

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Adolf_Just

https://www.focus.de/gesundheit/praxistipps/heilerde-so-wirkt-das-wundermittel-der-natur_id_5640331.html

https://www.jungborn-harz.eu/

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Jungborn-Nackt-Wellness-in-der-    Kaiserzeit,jungborn100.html

https://www.blankenburg.de/aktuelles/details/artikel/adolf-just-preis-verliehen/

Lebenslauf tabellarisch

– geboren am 08.08.1859 in Lüthorst

– war Ältestes von 12 Kindern

– wuchs in Lüthorst auf einem kleinen Bauernhof mit Gasthaus auf

– besuchte das Realgymnasium in Goslar → legte dort das Abitur ab

– begann in Leipzig eine Lehre zum Buchhändler und wechselte 1982 in die Braunschweiger Buchhandlung Griff   

– erkrankte wenige Jahre später an einem Nervenleiden

– wurde vergeblich mit schulmedizinischen Methoden behandelt

– wandte sich im Selbststudium verschiedenen Naturheilverfahren zu, z.B. den Kuren von Sebastian Kneipp (= Kneippkur), diese half ihm seine Nervenkrankheit zu überwinden   

– durch dieses Ereignis wurde er zum Laienmediziner, welcher Lösserde empfahl

– danach versuchte er mit tiefer Überzeugung das Natürliche in sein Leben zu integrieren z.B. durch Schlafen auf dem Boden in seiner Licht-Luft-Hütte, einer einfachen Hütte ohne verschließbare Fenster und Türen und durch Essen von viel Obst, Gemüse und Nüssen 

– durch Schlafen auf dem Boden in seiner Licht-Luft-Hütte, einer einfachen Hütte ohne verschließbare Fenster und Türen und durch Essen von viel Obst, Gemüse und Nüssen

– veröffentliche 1895 sein eigenes Buch ,, Kehrt zur Natur zurück“

– 1896 Gründung der Naturheilanstalt ,,Jungborn“ im Harz (war die größte ihrer Art in Deutschland)

– Just rief ,,Jungborn-Bewegung“ ins Leben um seine Gedanken über ganzheitlich-gesunde Lebensweise zu teilen

– Angezeigt von einem Bad Harzburger Arzt, musste sich Just vor dem Wernigeröder Landgericht verantworten, da er bei Patienten zur Heilung Löss in die Wunde geschmiert hatte und das bei den Schulmedizinern verpönt war.

– In der Nähe des Jungborn fand Just einen Löss, der sich gut für innere und äußere Anwendung eignete.

– Im Jahr 1918 gründete Just in Blankenburg die Heilerde-Gesellschaft und produzierte und vertrieb die „Adolf Justs Luvos-Heilerde“ sehr erfolgreich

– starb am 20.01.1936 in Blankenburg

Impressum

Inhalt: Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Gymnasiums „Am Thie“ Blankenburg (Harz)

Bearbeitung: Julian Franke und Jannis Herkenrath, Klasse 10 b

Projektleitung: Benedict Volkert

Internetpräsentation: Jörn Zuber

Begleitung: Förderverein „Blankenburg blüht auf e.V.“ (Ulrich-Karl Engel, Uwe Lauer) Für die Erarbeitung dieser Seite danken wir besonders Herrn Hans-Jürgen Bösche von den Blankenburger Geschichtsfreunden und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs Blankenburg.