| ca. 600 v. Chr. |
In Palästina werden Texte mit der ATBASH verschlüsselt. |
| ca. 500 v. Chr. |
Die Griechen verschlüsseln Nachrichten mit Hilfe der
SKYTALE. |
| ca. 200 v. Chr. |
Der Grieche Polybious beschreibt erstmals sein POLYBIOUS-System. |
| ca. 100 - 44 v. Chr. |
Julius Caesar schrieb vertrauliche Botschaften in dem
nach ihm benannten CAESAR-CODE. |
| 9. Jahrh. n. Chr. |
Die früheste bekannte Beschreibung der Kryptoanalyse
wird von Abu Yusuf Ya’qub ibn Is-haq ibn as-Sabbah ibn ‚omran ibn Ismail al-Kindi
beschrieben. |
| 855 n. Chr. |
Im arabischen Raum erscheint ein Buch über die Kryptologie.
Abu ‘Abd al-Raham al-Khahil ibn Ahmad ibn’Amr ibn Tammam al Farahidi al-Zadi
al Yahamadi beschreibt stolz in seinem Buch unter anderem die geglückte
Entschlüsselung eines für den byzantinischen Kaiser bestimmten griechischen
Codes. |
| 13. Jahrh. |
Der englische Franziskanermönch und Mathematiker Roger Bacon
schrieb das erste bekannte europäische Werk über die Kryptographie,
die „Abhandlung über die geheimen Künste und die Nichtigkeit der Magie“,
es enthält 7 Verfahren, um Botschaften geheim zu halten und die Warnung:
„Ein Mann ist verrückt, wenn er ein Geheimnis nicht so aufschreibt, dass
es den Augen der Gewöhnlichen verborgen bleibt“. |
| 1397 |
Gabrieli di Lavinde erfindet die erste Nomenklatur (Nomenklatur- Code).
Dieser Nomenklatur-Code wurde wegen seiner Einfachheit in den nächsten
450 Jahren vor allem in diplomatischen Kreisen verwendet. |
| 1412 |
Eine 14-bändige arabische Enzyklopädie beschreibt kryptographische
Methoden, dabei wird neben der Substitution und der Transposition erstmals die
Methode der mehrmaligen Substitution an einem Klartextzeichen erwähnt. |
| 1466 |
Leon Battista Alberti (1404 - 1472) , einer der führenden Kräfte
der italienischen Renaissance, veröffentlicht sein Buch „Modus scribendi
in ziferas“, in dem erstmals die von ihm erfundenen Chiffrierscheiben erwähnt
werden. Albertis zahlreiche kryptologischen Leistungen beruhen auf der Tatsache,
das er Sekretär jener Behörde war, die sich an der römischen
Kurie (päpstlicher Hof) mit Geheimschriften befasste. Er wird als „Vater
der Kryptographie“ bezeichnet. |
| 1518 |
Im deutschsprachigen Raum erscheint das erste gedruckte Buch über
Kryptologie. Der Verfasser ist Johannes Trithemius. |
| 1586 |
Das Buch „Tractié de Chiffre“ des französischen Diplomaten
Blaise de Vigenère erscheint. Seine Verschlüsselungsmethode, die
später nach ihm als Vigenère-Code benannt wurde, wird so der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. Dieser Code ist der bekannteste unter allen polyalphabetischen
Algorithmen. |
| 1628 |
Antione Rissignol wird der erste vollzeitlich angestellte Krypto- analytiker,
nachdem seine Entschlüsselung einer feindlichen chiffrierten Botschaft
die Belagerung Realmonts durch die Hugenotten beendete. Seitdem sind Kryptoanalytiker
ein fester Bestandteil des militärischen Apparats. |
| 1700 |
Der russische Zar benutzt eine große Code-Tabelle von 2000-3000
Silben und Worten zur Chiffrierung seiner Botschaften. |
| 1795 |
Thomas Jefferson entwickelt den ersten Chiffrierzylinder namens „wheel
cypher“. Dieser geriet jedoch in Vergessenheit. |
| 1854 |
Der Engländer Charles Babbage erfindet einen Chiffrierzylinder,
er war gleich der „wheel-cypher“. |
| 1854 |
Der englische Physiker Charles Wheatstone erfand ein Chiffriersystem,
das mit einer 5*5 Matrix arbeitet. Sein Freund Lord Playfair machte dieses Chiffriersystem
in den höheren militärischen und diplomatischen Kreisen des viktorianischen
Englands bekannt, das Chiffriersystem bekam so den Namen „PLAYFAIR“-Chiffre. |
| 1860 |
Friedrich Kasiski und William F. Friedmann entwickeln statistische Methoden
zur Kryptoanalyse. |
| 1863 |
Kasiski veröffentlicht in Berlin sein kryptologisches Werk mit
dem Titel „Die Geheimschriften und die Dechiffrierkunst“, in dem er als erster
ein Verfahren zur Lösung von polyalphabetischen Chiffren vorschlug. Mit
diesem Verfahren konnte auch der bis dahin unlösbare Vigenère-Code
geknackt werden. |
| 1883 |
„La Cryptographie militaire“ von Auguste Kerkhoff von Nieuwendhoff erscheint.
Es gilt als Meilenstein in der Kryptographie der Telegraphenzeit. Beinhaltet
die „Prinzipien von Kerkhoff“ für die strategische Kryptologie. |
| 1891 |
Der französische Major Etienne Bazeries erfand einen Chiffrierzylinder,
sein BAZERIES-Zylinder war der „wheel cypher“ im Prinzip ähnlich. |
| 1917 |
Der Amerikaner Gilbert S. Vernam entdeckt und entwickelt das „ONE- TIME-PAD“,
das theoretisch perfekt, aber fü viele Anwendungen unpraktikabel ist. |
| 1923 |
Vorstellung der vom dt. Ingenieur Arthur Scherbius entwickelten Rotormaschine
„ENIGMA“ auf dem internationalen Postkongress und Gründung der „Chiffriermaschinen
AG“, somit vermarktet A. Scherbius seine Enigma in alle Welt. |
| 1926 |
Die deutsche Reichsmarine führt den Funkschlüssel C ein (Codierung
der Nachrichten mit einer Enigma vom Typ C). |
| 1941 |
Decodierung der japanischen Angriffsmeldung für den 2. Weltkrieg
(viele Historiker meinen, dass die Kryptologie im 2. Weltkrieg ein Jahr Krieg
erspart hat). |
| 1975 |
Diffie und Hellmann zeigen, dass PUBLIC-KEY-Verfahren theoretisch möglich
sind. |
| 1977 |
Das ab 1975 von IBM auf der Basis von Luzifer entwickelte DES (Data Encryption Standard) wird zum Standardverfahren auserkoren. |
| 1978 |
Das nach seinen Entwicklern Ronald Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman
benannte RSA-Verfahren wird veröffentlicht. Es ist das erste praktisch
einsetzbare Public-Key-Verfahren und gilt als innovativster Beitrag der kryptologischen
Forschung unseres Jahrhunderts. |
| 1985 |
Goldwasser, Micali und Racoff stellen das sog. ZERO-KNOWLEDGE- Verfahren
vor. |
| 1990 |
Xueija Lai und James Massey entwickeln das IDEA-Verfahren, das z.B.
in der Kryptologiesoftware PGP (Pretty Good Privacy)2840 von Phillip Zimmermann
eingesetzt wird. |